23.05.2006 Facility Management & Public Private Partnership – die Rettung der deutschen Baubranche?


Partnerprojekte, die zwischen Staat und Wirtschaft ausgehandelt werden, sind im Kommen. Die Verwaltung (alle Ebenen: Staat, Land, Kommune) überträgt Neubau, Sanierung und die Aufrechterhaltung des Betriebs ihrer Bauten an private Unternehmen, die dafür Miete oder Gebühren einnehmen. Die Gewichtung liegt bei Bund und Ländern eher auf Straßen- und Tunnelbauten, bei Kommunen vor allem beim Betrieb von Gebäuden.

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) schätzt die Anzahl der laufenden Projekte in Deutschland auf 300, rund 80 Prozent daraus entfallen auf die Kommunen. In den letzten beiden Jahren ist die Anzahl dieser Projekte um 100% gestiegen, die Gesamtsumme der aktuellen kommunalen PPP-Projekte (Public Private Partnership) beträgt drei Mrd. Euro.

Auch die Bundesregierung will den Anteil ausweiten und zieht Vergleiche mit anderen Ländern, wo die Rate der PPP-Projekte bei bis zu 15% liegt.

Die HOCHTIEF-Tochter PPP-Solutions rechnet für die nächsten Jahre mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Mrd. Euro und gibt so eine vorsichtige Schätzung ab.

Die öffentlichen Projekte haben gegenüber den „Privaten" den großen Vorteil, langfristige Sicherung von Arbeit zu geben, da die Wartungsverträge unter dem Druck zunehmender Konkurrenz immer kürzer laufen und die öffentlich-privaten Projekte regelmäßig Laufzeiten zwischen 10 und 30 Jahren haben.

Bauunternehmen erschließen mit dem nahe am Kerngeschäft gelegenen Facility Management nach jahrelanger Talfahrt einen Wachstumsmarkt, und die öffentliche Hand profitiert von den Effizienzgewinnen. Außerdem bringen die Unternehmen die Finanzierung aus eigener Hand oder mit einer Bank im Hintergrund bei Bedarf gleich mit. So mutieren sie zu effizienten „Baudienstleistern", die ihren Kunden Komplettangebote liefern, aber auch nur Auszüge aus einem großen Sortiment abrufen können, je nach Bedarf und Kundenwunsch.