09.03.2006 China lockt Maschinenbauer


Asien erscheint als attraktiver Standort durch niedrige Lohnkosten. Doch die Probleme durch die Verlagerung werden unterschätzt.

Jeder dritte Maschinenbauer in Deutschland plant eine Neugründung in China und mehr als jeder Vierte will Arbeitsplätze in Mittel- oder Osteuropa schaffen. Diese Zahlen ermittelte die IKB Deutsche Industriebank aufgrund eigener Umfragen. Die Maschinenbaubranche beschäftigt mittlerweile 260 000 Personen im Ausland, in Deutschland noch 865 000 Personen.

„Als Billigstandort sind China und Indien für den Maschinen- und Anlagenbau nur bedingt geeignet", berichtet Hubert Lienhard, Chef der Voith Siemens Hydro Power Generation. Höhere Kosten entstünden auch durch den Transport von Präzisionsteile, die in diesen Ländern nicht erhältlich seien.

In vielen Fällen müssten Spezialisten nach Asien eingeflogen werden, was hohe Betreuungskosten verursache. Eine Aufwertung der betreffenden Währung könnte die Exporte leicht verteuern und mögliche Kostenvorteile zunichte machen. Sein Fazit: „Die Produktion von Technik auf europäischem Niveau ist in diesen Ländern mindestens so teuer wie in Deutschland." Die Kostenvorteile betrügen nach der Verlagerung nur rund fünf Prozent.

Ganz anders bewertet Lienhard Standorte in europäischen Nachbarländern: „Bessere Produktionsbedingungen als China und Indien für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau bietet möglicherweise Osteuropa, durch gute Ausbildung, räumliche und kulturelle Nähe, gute Infrastruktur und niedrige Lohnniveau".