08.02.2006 Reformvergleich der deutschsprachigen Länder
Deutschland und die Schweiz liegen hinter den reformstarken Österreichern auf Platz zwei und drei im Reformvergleich der deutschsprachigen Länder.
Dieses Ergebnis hat eine Studie ergeben, die von verschiedenen Wirtschaftsinstituten aller drei Länder in Zusammenarbeit mit der OECD erstellt wurde.
Festgestellt wurde, wie das Beispiel Schweiz am deutlichsten zeigt, dass Wohlstand und Reformwille in umgekehrter Beziehung zueinander stehen. Der Reformwille wird mit der Steigerung des Wohlstandes immer schwächer.
Die Studie stellte dazu fest, dass das Wirtschaftswachstum der Schweiz nicht hoch genug ist, um die immer teurer werdenden Sozialsysteme wie bisher zu finanzieren. Andererseits haben die Schweizer im Vergleich mit den zwei anderen Ländern das größte kaufkraftbereinigte Einkommen und auch die Arbeitslosenquote ist die geringste. Bert Rürup kommt zu dem Schluss, dass das schweizerische Wirtschaftwachstum so niedrig sei, weil das Land sich auf den internationalen Gütermärkten stark abschotte.
Eine weitere Studie, die verschiedene Institute (Institut der deutschen Wirtschaft /Köln (IW), Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Avenir Suisse) zu diesem Thema zusammen erarbeitet haben, kommt zu dem Ergebnis, dass die drei Länder von einander lernen können.
Für Deutschland bedeutet das, dass die flexibleren Arbeitsmarktbedingungen der beiden Nachbarstaaten nachahmenswert wären. Die Kündigungsfristen sind flexibler und kurzfristige Neueinstellungen, auch befristete, können unbürokratischer abgewickelt werden.
In der Studie heißt es dazu: „Nicht dennoch, sondern auch deswegen ist die Arbeitslosigkeit in der Schweiz und in Österreich nur halb so hoch wie in Deutschland".


